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Dr. Jannis Bischof

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Merkblatt

Wirtschaftsprüfungsseminar im Herbstsemester 2010

ACC 713 "Fair-Value-Bewertung"

Mit der Frage nach dem bilanziellen Bewertungsmaßstab von Vermögenswerten und Schulden setzen sich bereits frühe statische und dynamische Bilanztheorien auseinander. In der Diskussion stehen sich dabei Bewertungskonzepte gegenüber, die auf fortgeführten Anschaffungskosten oder auf Zeitwerten beruhen. Spätestens mit der weltweiten Anerkennung der IFRS zeigt sich die Tendenz einer zunehmenden Bewertung zum Fair Value, der einen Zeitwert darstellt. Während der jüngsten Finanzmarktkrise ist diese Fair-Value-Bewertung Gegenstand der heftigen Kritik von Seiten der Bankenaufsicht geworden, die eine kontroverse wissenschaftliche Auseinandersetzung ausgelöst hat.

Im Seminar soll die wissenschaftliche Diskussion systematisiert und die Kritik an der Fair-Value-Bewertung anhand empirischer Evidenz gewürdigt werden. Die Würdigung unterscheidet einerseits zwischen der Relevanz von Fair-Value-Informationen für Kapitalmarktteilnehmer und potenziellen Problemen ihrer verlässlichen Ermittlung durch den Bilanzierenden. Es soll andererseits unterschieden werden zwischen der Bilanzierung von Finanzinstrumenten, für die nach IFRS und US-GAAP ein allgemeines Wahlrecht zur erfolgswirksamen Fair-Value-Bewertung besteht, und der Bilanzierung von nicht-finanziellen Vermögenswerten, für die der Fair Value insbesondere als Maßstab für die Bestimmung außerplanmäßiger Abschreibungen Relevanz erlangt.

Das Seminar wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl von Professor Dr. Daske angeboten. 


 

 

Anmeldungen zum Seminar können Sie ab sofort bis zum 15. Juni während der Öffnungszeiten (9.30 Uhr bis 11.30 Uhr) im Sekretariat des Lehrstuhls für ABWL und Wirtschaftsprüfung abge ben oder per E-Mail senden. Das Anmeldeformular ist auf der Homepage des Lehrstuhls für ABWL und Wirtschaftsprüfung abrufbar (Lehre / Master / ACC 713). Die Zuteilung der Referatsthemen erfolgt spätestens am 23. Juni per E-Mail. Die Zulassung ist begrenzt auf maximal 16 Teilnehmer.

Weitere Informationen sowie Hinweise zu den Themen entnehmen Sie bitte dem Seminarmerkblatt.

 


 

 

 

Themen

Teil 1: Fair Value Measurement of Financial Instruments

  1. "Kritische Würdigung der Bedeutung des Fair Value bei der Bewertung und Offen­legung von Finanzinstrumenten gemäß IFRS und US-GAAP im Vergleich mit GoB.“ / "Measurement and Disclosure of Fair Values of Financial Instruments under IFRS and US-GAAP in Comparison with German GAAP.“
  2. "Kritische Würdigung der Vorschläge des IASB zur Reform der Fair-Value-Bewertung von Finanzinstrumenten im ED IFRS 9.“ / "The Reform of the Fair Value Measure­ment of Financial Instruments as Proposed by ED IFRS 9.“
  3. "Kapitalmarkteffekte der Bewertung und Offenlegung von Finanzinstrumenten zum Fair Value.“ / "Capital Market Effects of Recognized and Disclosed Fair Values of Financial Instruments."
  4. "Der Einfluss der Fair-Value-Bewertung auf die Finanzmarktkrise: Hat Gewinnvola­tilität einen prozyklischen Effekt?“ / "The Role of Fair Value Accounting in the Finan­cial Crisis: Does Income Volatility Have a Pro-Cyclical Effect?“
  5. "Die Bedeutung der Fair-Value-Bewertung für Finanzanalysten“ / "The Use of Fair Value Information by Financial Analysts.“

Teil 2: Impairments of Goodwill and other Non-financial Assets

  1. "Kritische Würdigung der Bedeutung des Fair Values bei Impairments nach IFRS und US-GAAP unter besonderer Berücksichtigung von IAS 36 und SFAS 142.“ / "The Role of Fair Value Accounting in the Contexts of Impairments under IFRS and US-GAAP.“
  2. "Kritische Würdigung der Möglichkeiten der Beschränkung von Ermessenspielräumen bei der Fair Value-Bilanzierung durch die Abschlussprüfung unter besonderer Berück­sichtigung von ISA und US GAAS.“ / "Opportunities of Restricting Discretion of Fair Value Accounting for the Statutory Auditor under ISA and US-GAAS.“
  3. "Empirische Erkenntnisse zur Ausnutzung von Ermessensspielräumen bei der Fair-Value-Bewertung.“ / "Empirical Evidence for Accounting Discretion of Fair Value Estimates.“

Teil 3: Probleme der Fair-Value-Bewertung aus Sicht der Praxis

  • Gastreferenten aus der Unternehmens- und Wirtschaftsprüfungspraxis (tba).